Böse. Was ein schönes Wort. Es zergeht auf der Zunge wie Butter. Man sagt es und danach fühlt man sich besser. Man beschimpft sich und die Welt mit einem einzigen Wort "böse" und dann geht es dir besser. Besser, obwohl du böse warst. Besser, weil du böse warst.
Ist das ein Widerspruch? Sollte es einer sein? Ich weiß nicht. Weißt du's? Aber ein Text über Unwissenheit zu schreiben, wäre ja langweilig. Für dich und für mich. Also nicht. Dann schreib ich jetzt was Böses. Was Böses zum Thema Liebe. Schließlich ist es an der Zeit böse zu werden also lasst uns uns mal kräftig über dieses Thema auskotzen. Klar, Liebe schön und gut und ich bin sicher, ich werde auch irgendwann mal ein Versöhnungspost schreiben. Oder nein, Hiermit mache ich das Versprechen: Ich werde einen Versöhnungspost zum Thema Liebe schreiben. Irgendwann dann. Wenn ich mal Zeit hab.
Also wir waren bei 'böse' und 'Liebe'. Meiner Meinung nach eine tolle Kombination aus Unschuld und reiner Boshaftigkeit. Lasst uns die Unschuld vergewaltigen. Vielleicht kommt sie dann auch mal auf andere Gedanken. Nein, nicht auf andere Gedanken. Liebe denkt ja nicht. Liebe handelt ohne Nachzudenken. Ohne auf Regeln oder Konsequenzen zu achten. Sie tut einfach das, was sie will und was sie in ihrer verdrehten Realität als richtig empfindet. Und da wären wir genau beim Thema. Wieso denkt Liebe nicht? Wieso kann sie nicht mal darauf achten zwei Leute zu verbinden, die im gleichen Ort wohnen. Nein, stattdessen schickt die Liebe einen kleinen Trottel (oder eine kleine Trotteline, um an die Gleichberechtigung zu denken. Vielen Dank Herr Ethiklehrer!) durch die ganze Welt nur um dann zu erfahren, dass unser kleiner Trottel (oder halt die ebenso kleine Trotteline) gar nicht von der (oder dem) Verfolgten geliebt wird. Nein, Liebe denkt nicht. Und der kleine Trottel (oder die kleine Troteline) ist ein Opfer dieser Wahnsinnigen, die sich nicht um andere schert. Wahnsinnig. Totbringend. Böse. Na, wo ist sie jetzt, die Unschuld?
Außerdem ist die Liebe unfähig. Sie hat bestimmt viel zu tun, aber, liebe Liebe, Qualität geht über Quantität. Das solltest du beherzigen. Das Herz ist schließlich dein Symbol und wenn du nun deinen Pfeil in ein Herz versenkst, dann solltest du wohl auch darauf achten, das der dazugehörige Pfeil dann auch in dem dazugehörigen Herz landet. Wir haben so viele Unglückliche auf der Welt. So viele Verliebte, deren Geliebte nicht die Verliebten lieben. So viele Verlorene. Verloren in der Liebe. Nehmen wir doch nochmal das Beispiel von oben. Der kleine Trottel und die kleine Trotteline. Niemals vereint mit ihren Verliebten. Verloren in dem tiefen Loch der Liebe. Hoffentlich kommen sie da jemals wieder raus. Aber, liebste Liebe, wirst du ihnen da jemals noch eine Chance geben? Wirst du sie jemals nochmal ein normal geregeltes Leben führen lassen? Das schlimme daran ist. Die Betroffenen merken das meistens noch nicht mal. Wie auch. Die Liebe ist mit abstand das wirksameste Rauschmittel, das es gibt. Das wirksamste Gift. Es tötet langsam und unaufhaltsam und wenn man merkt, dass die Liebe es auf dich abgesehen hat, da ist es schon zu spät. Viel zu spät, um noch etwas zu tun. Viel zu spät, um noch irgendwas zu retten.
Liebe ist nicht alltagstauglich. Man rennt durch die Gegend. Blind und Taub und die Sinne, die noch übrig geblieben sind, sind vernebelt. Benebelt. Vollgenebelt von undurchdringbaren Nebel. Und jetzt versuch dir mal was zu essen zu machen, wenn du dein Brot nicht siehst. Geh mal über die Straße, wenn du die Autos nicht hören kannst. Lass Verliebte doch mal Arbeiten. In einem kleinen Büro am Stadtrand, wo man die Zettel vertauscht. In einer Bank, wo das Zettel vertauschen schon 15.000 Euro kostet oder in einer Klinik, wo man wegen den vertauschten Zettel einem schwerkranken Mädchen die falschen Medikamente gibt. Ja, lass uns Arbeitsplätze für Verliebte schaffen. Lass uns für Verliebte Parkplätze einrichten. Wir schaffen das zusammen. Wir kriegen sie klein. Wir vergewaltigen die Liebe. Und das machen wir jetzt schon besser, als wir denken.
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